MagmaBrandDesign

January 10, 2007previous review

Encore #28

 Slanted 

01. Hallo Boris, stelle dich doch einmal unseren Lesern vor…
Hallo, mein Name ist Boris Kahl, ich arbeite als Creative Director bei der Karlsruher Agentur Magma.Ich habe an der Hochschule für Gestaltung in Pforzheim Kommunikationsdesign studiert und 2001 diplomiert. Ich bin Mitgründer von Slanted, außerdem betreue ich seit vielen Jahren unseren Schriftenverlag Volcano Type.
02. Mit Slanted schafft ihr mit einem Printmagazin auf die Themen im Netz zu reagieren. In den meisten Fällen war dies bisher eigentlich genau anders rum. Wie kam bei euch es zu dieser Idee?
Am Anfang gab es nur den Slanted-Weblog. Da wir aber eigentlich aus dem Printbereich kommen, war die Idee schnell geboren, daraus ein Magazin entstehen zu lassen. Typografie braucht Haptik, Papier. Wir wollten der unglaublichen Geschwindigkeit im Netz etwas entgegensetzen, was nachhaltige Wirkung und Bestand hat. Das Magazin und die Website, beide haben Vor- und Nachteile. Zusammen sind sie perfekt.
03. Wie viele Mitarbeiter arbeiten schlussendlich an einer Ausgabe und wie lange?
Das Besondere am Slanted-Magazin ist, dass genau wie auf slanted.de sehr viele und auch sehr unterschiedliche Leute teilnehmen und Beiträge liefern. Jeder kann mitmachen und seinen Teil dazu beitragen. Wenn das komplette Material für eine Ausgabe vorhanden ist, setzen 3-4 Mitarbeiter ca. 2 Wochen das Magazin zusammen. Die redaktionelle Hauptarbeit leistet dabei mein Kollege Thomas Mettendorf.
04. Wie viel Idealismus steckt in einer solchen Ausgabe? Oder anders gefragt: Verdient man mit einem »Nischenmagazin« heutzutage noch Geld?
Es gehört sehr viel Idealismus dazu, man verdient praktisch kein Geld damit. Zum Glück haben wir mit Océ-Deutschland (http://www.oce.com/de/Cases/Slanted.htm) einen erstklassigen Sponsor, ohne den unser Magazin bisher nicht finanzierbar gewesen wäre. Aber mit zunehmender Bekanntheit können wir auch an Anzeigenkunden denken. Das habt Ihr ja schließlich auch, oder?
05. »Slanted steht für das Gefühl zur Typografie«, ist in eurem Pressetext zu lesen. Wie hast du selbst das Gefühl zur Typografie gefunden?
Während meines Studiums merkte ich schnell, dass ich mehr Wert auf gute Typografie legte als manch anderer. Aber spätestens als ich 1998 auf Volcano Type und Magma traf war klar, das Schrift und Buchstaben einen besonderen Platz in meinem Beruf und Leben einnehmen würden.
06. Gibt es in Deutschland ein gesellschaftliches Gefühl zur Typografie? Wenn ja ein gutes?
Sicher gibt es in Deutschland ein gesellschaftliches Gefühl zur Typografie. Aber Typografie ist eben mehr als die oft einseitige Diskussion über Kerning, Grauwerten, Radien oder Serifen. Für uns ist der Claim »Das Gefühl Typografie« auch ein Zurückholen auf den Boden.
07. Was darf man aus eurem Haus in 2007 erwarten?
Ideen gibt es viele, z.B. werden wir einen Fontkatalog erstellen, es wird neue Pixelfonts und Tapefonts (mit Klebeband) geben und wir werden verschiedene Videoclips erstellen. Lasst Euch überraschen!